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Faktencheck leicht gemacht - Werkzeuge und Methoden für Journalisten

Die Recherche vor Ort ist oft der beste Faktencheck, soweit es die Situation zulässt. Foto: Dylan Agbagni
Die Recherche vor Ort ist oft der beste Faktencheck, soweit es die Situation zulässt. Foto: Dylan Agbagni

In Zeiten digitaler Informations­flut ist die Fähigkeit, Fakten schnell und zuverlässig zu überprüfen, für Journalisten und ­Medienschaffende essenziell. Dieser Artikel bietet einen praxisnahen Überblick über Methoden und Tools des Faktenchecks, um Falschinformationen effektiv zu erkennen und zu entlarven.

Von Walther Bruckschen 

Warum Faktenchecks heute ­unverzichtbar sind
Desinformation verbreitet sich rasant, insbesondere über soziale Medien und Messenger-Dienste. Ob politische Propaganda, Verschwörungserzählungen oder manipulierte Bilder – Falschmeldungen können das Vertrauen in Medien und Demokratie untergraben. Journalistinnen und Journalisten tragen eine besondere Verantwortung, Informationen kritisch zu prüfen und fundiert zu berichten.

Wie erkennt man Fake News? – 
Eine Checkliste
Der Autor empfiehlt, bei der ­Bewertung von Informationen folgende Fragen zu ­stellen:

  • Quelle prüfen: Gibt es ein Impressum? Ist die Website seriös?
  • Quellenlage: Berichten auch andere Medien über das Thema?
  • Datum und Kontext: Ist die Information aktuell und im richtigen Zusammenhang dargestellt?
  • Sprache und Stil: Ist die Sprache sachlich oder reißerisch? Gibt es viele Rechtschreibfehler?
  • Bilder und Videos: Sind die verwendeten Medien authentisch und nicht manipuliert?

Werkzeuge für den Faktencheck
Für die Überprüfung von Informationen stehen Journalisten verschiedene Tools zur Verfügung:

  • Bildrecherche: Mit der Rückwärtssuche von Bildern (z. B. Google Bilder oder TinEye) können die Ursprünge von Bildern nachvollzogen werden.
  • Videoanalyse: Tools wie InVID helfen dabei, Videos auf ihre Authentizität zu prüfen.
  • Textprüfung: Plagiatserkennungssoftware und Textanalyse-Tools können helfen, den Ursprung und die Verbreitung von Texten zu analysieren.

Eine umfangreiche Sammlung an Fact-Checking-Werkzeugen bietet weitklick.de.

Faktencheck-Plattformen
Mehrere Organisationen haben sich dem professionellen Faktencheck verschrieben – was naturgemäß auch nicht immer ohne Fehler abläuft:

  • dpa-Faktencheck: Die Deutsche Presse-Agentur betreibt eine eigene Faktencheck-Redaktion, die unabhängig Behauptungen überprüft. (dpa.com/de/faktencheck)
  • Mimikama: Ein österreichischer Verein, der sich auf die Aufklärung über Internetbetrug und Fake News spezialisiert hat. (mimikama.org)
  • Correctiv: Ein gemeinnütziges Recherchezentrum, das Falschinformationen aufdecken will und journalistische Projekte unterstützt. (correctiv.org/faktencheck)
  • ARD-Faktenfinder: Ein Projekt der ARD zur Überprüfung von Informationen und zur Aufklärung über Desinformation. (tagesschau.de/faktenfinder)

Eine Übersicht weiterer Faktenchecker im deutschsprachigen Raum bietet saferinternet.at. 

Fazit: In einer Zeit, in der Falschinformationen leicht verbreitet werden können, ist der Faktencheck ein unverzichtbares Instrument für Journalistinnen und Journalisten. Mit den richtigen Methoden und Werkzeugen können sie dazu beitragen, die Öffentlichkeit verlässlich zu informieren und das Vertrauen in die Medien zu stärken.

dpa-Faktenchecks
Faktenchecker wie die dpa haben zum Ziel, Fake News zu entlarven. Abbildung: Screenshot

Walther Bruckschen (Jahrgang 1961), Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater, besitzt langjährige Erfahrungen als Chefredakteur von Fachzeitschriften und ist als freiberuflicher Journalist, Agenturgründer und Geschäftsführer sowie PR- und Marketingberater tätig. Als Q-pluszertifizierter Gründungsberater ist er in der Beraterbörse der KfW gelistet und hat sich auf Gründer- und Führungskräftecoaching in der Medienbranche spezialisiert. Er betreut seit Januar 2013 federführend die Gründungsberatung des Journalistenzentrum Deutschland.

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